
Am 4. Juli wurde Prof.’in Dr. Claudia Janssen an der Kirchlichen Hochschule mit einem Symposium mit dem Titel „Vom Aufstehen“ geehrt.
Über 70 Wegbegleiter:innen von Claudia Janssen und Interessierte kamen in Raum 3 zusammen, um gemeinsam über das Thema Aufstehen/ Auferstehung nachzudenken.
In einem Bibelgespräch eröffneten Luzia Sutter Rehmann und Ulrike Metternich das inhaltliche Programm. Sie teilten in einem lebendigen Beitrag Gedanken über die Schönheit des Widerstandes in neutestamentlicher Zeit und heute. Marlene Crüsemann erzählte von ihrer gemeinsamen Zeit mit Claudia Janssen als Schülerinnen von Luise Schottroff, in der sie auch über die diesseitigen und jenseitigen Aspekte von Auferstehung diskutierten. Auch Gott steht auf: Rainer Kessler betonte in seinem Beitrag mit ersttestamentlichem Fokus diesen Aspekt der biblischen Überlieferung. Marie Hecke plädierte in ihrem Vortrag mit dem Titel „Vom Sitzenbleiben“ dafür, Aufsteh-Geschichten der Bibel und ihre Auslegungen immer auch kritisch daraufhin zu reflektieren, inwiefern sie ableistische Körperbilder manifestieren. Mit Joachim von Soosten war auch das Fach Systematische Theologie im Programm vertreten – und damit auch die Frage nach dem Verhältnis von Geschichts- und Zeitverständnis in Bezug zu Auferstehung.

Persönlich und emotional bewegend waren die theopoetischen Texte von Christina Brudereck, die das Programm durchzogen und die die Poetin eigens für diesen Anlass gestaltet hatte. Hannah Böß bereicherte den Tag durch musikalische Beiträge, darunter mehrere Gedicht-Vertonungen von Mascha Kaléko. Aliyah El Mansy hielt eine Laudatio, in der sie Claudia Janssens wissenschaftliches Wirken in der Vergangenheit und Gegenwart eindrücklich würdigte. Gemeinsames Essen und Anstoßen rundeten das feierliche Tagesprogramm ab. Michaela Geiger, Marie Hecke und Kim Sölter leiteten durch den Tag. Sie waren die Organisatorinnen des Symposiums.

Im Juli 2026 wird Claudia Janssen 60 Jahre alt. In ihrer bisherigen wissenschaftlichen Karriere hat sie auf vielfältige Weise feministische und sozialgeschichtliche Forschungen zu biblischen Texten vorangebracht. Ihre Veröffentlichungen stärken die Differenzierung des Paulusbildes und des Verständnisses paulinischer Theologie in der neutestamentlichen Wissenschaft. Dabei ist Claudia Janssen stets wichtig, die Texte innerjüdisch zu verorten und einer christlich-antijudaistischen Auslegung entgegenzuwirken.
Die Auferstehung als Erfahrung mitten im Leben ist ein Verständnis, das in Claudia Janssens Werk immer wieder zu finden ist – besonders pointiert und niedrigschwellig beispielsweise in ihrem Buch „Endlich lebendig. Die Kraft der Auferstehung erfahren“ (Kreuz Verlag 2013).
Den Mitwirkenden war es ein Anliegen, Claudia Janssens wertvolles Arbeiten in Wissenschaft und Praxis und ihren Einsatz für Gerechtigkeit zu würdigen.
Das Organisationsteam des Symposiums bedankt sich herzlich bei allen, die den Tag besonders gemacht haben: Gedankt sei allen, die inhaltlich zum Programm beigetragen haben und auch allen, die Einladungen gefolgt sind und vor Ort diskutiert haben. Verschiedene Hilfskräfte der Kirchlichen Hochschule haben rund um das Programm für einen reibungslosen Ablauf gesorgt.
Ein herzlicher Dank für die Unterstützung gilt der Kirchlichen Hochschule Wuppertal, dem Förderverein der Kirchlichen Hochschule Wuppertal, dem Verein Bibel in gerechter Sprache, der Evangelischen Kirche im Rheinland, der Evangelischen Kirche von Westfalen und dem Verein zur Förderung Feministischer Theologie in Forschung und Lehre.
Fotos: Leena Nowoczin